Steuerstrafrecht

Nach dem der Fall um Uli Hoeneß herausgekommen ist, habe ich mich intensiv mit dem Thema Steueroptimierung beschäftigt. Zum einen hatte ich schon ein schlechtes Gewissen, weil natürlich in den Medien Steueroptimierungen komplett durch den Dreck gezogen wurden, auf der anderen Seite hab habe ich meine Entscheidung sogar aus heutiger Sicht vollends nachvollziehen können.
Nach kurzer Zeit stieß ich auf einige Artikel über Selbstanzeige, welche ja ebenfalls für den Bayern Boss ein großes Thema war, allerdings bei ihm wenig geholfen hat, da dieser selbst hier falsche beziehungsweise unvollständige Angaben offenlegte.

Die Selbstanzeige hat die Bedingung, dass der Hinterziehung noch nicht auf die Schliche gekommen ist und dass kein teuerstrafrechtliches Verfahren gegen einen läuft. Wenn dann eine Selbstanzeige erstattet und sämtliche Hinterziehungen ausnahmslos aufzeigt, wird der Fall, nach einer Fristgerechten Nachzahlung mit Zinsen von sechs Prozent, eingestellt und der Steueroptimierer muss mit keiner Strafe rechnen.

2010, ich stand damals genau zwischen zwei Jobs und mein Portmonnaie war nicht besonders dick, habe ich bei meiner Steuererklärung so ein Paar Einnahmen und anderes weggelassen. Es war echt keine große Summer, aber es war für meine Zwecke von großem Vorteil. Ich hatte echt Schwein, dass Vater Staat mir nicht auf die Schliche gekommen ist, weil natürlich jedem bekannt ist wie man im Moment hinter her ist möglichst jedermann zu kriegen, der einen Delikt im Steuerstrafrecht am laufen hat.

Der Blogeintrag war sehr gut geschrieben und es ging um jemanden in genau meiner Lage.
Der wagte ebenfalls eine Selbstanzeige nachdem er sich auch ziemlich schlau gemacht hatte. Was ich noch nicht wusste war, dass die Option der Selbstanzeige vielleicht schon in wenigen Jahren Vergangenheit sein kann, weil die Gesetzmäßigkeiten vor allem im Anschluss an die berühmten Fallbeispiele schon in naher Zukunft verändert werden könnten.
Der Autor des Artikels sagte darüber hinaus, dass ich durch richtige Unterstützung kaum zu tun haben würde und dem Stress fast vollständig entfliehen kann.
Ebenfalls der Verfasser erzählte in seinem Text von seinem Zwiespalt, weil ebenfalls er nicht sicher war ob es sich für ihn lohnen würde. Er sagte allerdings dass er sich nach dem die Anzeige zurückgenommen wurde, sehr gut gefühlt hat und ihm ein riesiges Laster von den Schultern genommen wurde.

Nach dem Durchlesen des Blogeintrags war meine Entscheidung gefallen, ich traf mich direkt mit einem Experten und machte mit ihm zusammen meine Selbstanzeige. Kurz darauf war der Fall beendet, ich bezahlte alle Steuern nach und bin straffrei geblieben. Ich kann diesen Schritt nur empfehlen, weil auch das Gewissen stark gereinigt wird.

Ja, ich habe es getan, ich habe Teile der Steuern nicht bezahlt und bin jetzt offiziell Steuerhinterzieher und werde gerne in einem Satz mit Uli Hoeneß und Alice Schwarzer genannt. Nein, selbstverständlich tun sie das nicht, aber unsere Fälle unterscheiden sich wirklich bloß in ein Paar Dingen. Natürlich ist meine hinterzogene Summe deutlich geringe, und bei mir ist die Selbstanzeige wirksam geworden.

Ich war erst zweifelnd und wusste nicht ob das wirklich alles so funktionieren würde.
Je mehr ich jedoch zu diesem Thema las, desto näher rückte die Entscheidung, möglicherweise doch diesen Schritt zu wagen, denn denn irgendwie hatte ich schon seit der Hinterziehung stets ein schlechtes Gewissen. Auf der anderen Seite hatte ich überhaupt keine Lust auf die Verwaltung und der Hohe Druck. Ich kam dann irgendwann jedoch auf einen Blogeintrag, welcher vom Steueroptimierer selber verfasst wurde und in dem er schildert, was er gemacht hat.